Über die KI

Über die KI

Wenn ich den Begriff KI höre, dann erinnere ich mich stets an das Hörspiel „Papa Joe und Co“ von
Herbert Franke. Ich habe das Hörspiel etwa 1976 mit meinem kleinen Recorder aufgenommen; es
wurde als Kunstkopftechnik versendet. Beides ist in der Mottenkiste verschwunden

In dem Hörspiel ging es darum, dass Amerika sich über einige Jahrzehnte abgeschottet hatte und
keine Nachrichten nach draussen kamen. Dann jedoch wurde eine europäische Delegation
eingeladen und durfte Amerika besuchen, Sie stellten fest, dass die Leute die sie trafen, glücklich
waren. Sie wussten alles und hatten Zugang zu allen Informationen. Es gab- wie sollte es anders
sein- eine Untergrundgruppe, die dann das System zu Fall brachte. Die Revolutionäre standen vor
dem riesigen PC, von dem Papa Joe immer noch seine Botschaften versandte, obwohl er schon
längst tot war. Da sagte die eine: „Können wir das Gerät jetzt abschalten?“ und die andere: „Dürfen
wir das?“

Und genau so ist es heute, fast so, als hätte der Autor die KI schon damals im Sinn gehabt. Die KI
heute schreibt mir Briefe, macht Personenprofile, gibt Ratschläge und bietet sich als Helferin in
allen Lebenslagen an. Wenn das auf der einen Seite humorig und kabarettistisch aussehen könnte,
eine Liebesaffäre mit einer KI zu haben, so verbreitet sie auch Unsicherheit. Wer ist am anderen
Ende. Wirklich eine Person? Wirklich ein Nachdenken? Wirklich eine ehrliche Kommunikation? Ist
es ein Risiko? Was passiert mit meinen Inhalten?

Die Allgegenwärtigkeit der KI, ob real oder nicht, was nicht mehr zu unterscheiden ist, verunsichert
mich. Was passiert eigentlich? Ich gebe Begriffe in die KI ein, und sie zaubert mir einen tiefen
Liebesbrief an meine Angebetene, der sie in höchste Wallungen bringt. Aber das bin nicht ich.

Mit anderen Worten: Alles wird künstlich und undurchschaubar. Dennoch gibt es ein unstillbares
Verlangen, sich von der KI bestätigen zu lassen. Sie hat längst den Platz des Universalgenies
eingenommen und sitzt mir wie ein Partner am Schreibtisch gegenüber. Was tun, um einerseits zu
gewinnen und andererseits sich nicht vereinnahmen zu lassen. Sucht und Antisucht. Aber wenn die
KI alles kann, wozu braucht sie mich dann nur noch. Muss ich überhaupt schreiben und rechnen
lernen, Fremdsprachen können? Da sie ja auch im Arbeitsprozess eingesetzt wird, könnte die
menschliche Arbeitskraft ja auch ständig zurück. Hier jedoch muss selbst die KI den Zirkelschluss
merken, denn wenn weniger gearbeitet wird, wird auch weniger verdient und wenn weniger
verdient wird, wird auch weniger verbraucht. Und wenn weniger verbraucht wird, verdienen die
Investoren, die Top Dogs auch weniger. Im KI-Zeitalter in der die Zeit keine Rolle spielt, entsteht
nach der klassischen Definition auch kein Mehrwert mehr.

Das alles geht mir durch den Kopf, weil meine Geliebte mir gestanden hat, dass die schönsten
Liebesbriefe von der KI geschrieben wurden und sie im Grunde gar nicht schreiben kann und sie
lediglich aus einem Link besteht.

Und was hat alles mit unserem Tagungshaus zu tun, in dem der Alte persönlich noch die Heizung
aufdrehen muss, wie es in diesem Tagen bei 7 Grad Minus sein kann? Natürlich ist bei uns alles
real, zum Anfassen, die Bilder sind handgemalt und können erstanden werden und wenn unsere
Gäste kommen, begrüßt der Alte sie stets noch mit einem küstenüblichen Handschlag.

In diesem Sinne

BUche!

DAS TAGUNGSHAUS

Adresse

Rabenzweig 1 OT Olgashof
23972 Dorf Mecklenburg

Kontakt

uwekurzbein@olgashof.de

03841 360881