Was wir der Natur genommen haben, holt sie sich zurück

Die Betonflächen und Wege sind aus vorkommunaler Zeit. Ich freue mich stets, wenn aus
den Fugen mit einer Wucht und Ausdauer alle denkbaren Pflanzen sich den Weg bahnen
um wieder an die Luft zu kommen. Der Unterschied zu unseren Nachbarn ist der, dass wir
sie wachsen lassen und sie nicht rausrupfen. Irgendwann ist dann die Betonfläche nicht
mehr zu sehen, weil sie überwuchert und besiegt wurde. Ganz langsam treiben sie durch
die Ritzen und breiten sich aus. Und irgendwann ist es zu spät zum Rausziehen. Und dann
sieht der Olgashof so aus, wie er aussieht, zugewuchert, mit riesengroßen Bäumen, mit
Eschen, Birken, Buchen, Kastanien, beblümt mir winterfesten Rosen, mit Nachtkerzen, mit
Löwenzähnen, Nelken und Astern, Fetthennen stehen vor der Tür, Prachtkerzen,
Schafgarbe, Taglilien, Storchschnabel, Frauenmantel, Phlox, Malven. An unserer Pforte
zum Obstgarten hängt ein Schild auf dem die Einwohnerinnen aufgelistet sind.
Schmetterlinge, Bienen, Drosseln, Hornissen, Mäuse und Ratten, Adler und Wespen, alle
wohnen hier und deshalb sollten die Pforten geschlossen sein. Befürchtungen treten auf,
dass wir ihrer nicht mehr Herr werden könnten und die Bibel eine Fehlermeldung zeigt,
nämlich nicht, dass wir die Welt Untertan werden lassen, sondern dass wir ihr unterliegen.
Sich mit der Natur anzulegen braucht Kraft, Ausdauer und Ideen. Die Wüste aufzuhalten,
ist schwierig, die Hochwasser in dem südlichen Pazifik aufzuhalten, scheint schier
unmöglich und den Unwettern im Hafen zu trotzen ist selbst dann nicht möglich, wenn
Sturmsegel aufgezogen werden können.

Heute war der Wind in der ersten Stunde mit 4 Beaufort angezeigt. Wolken kündigten sich
an, grau, dann schwarz, dann fauchte die Gischt, die Böen schlugen zu, die Segel fieren
und wieder dicht holen, wenn der Wind aus Nordost sich ausruht und wir mit 7 Knoten
durch die Wellen krachen. Bei Böen um 7 Beaufort halsen wir und fahren jetzt mit
achterlichem Wind aber gut schnell auf den Wellen wieder dem Hafen zu. Die Albin Vega
ist ein weiches Schiff und kränkt bei dem leisteten Hauch und findet in der Kränkung die
Geschwindigkeit. Böen verlangen von der Frau an der Pinne harte Kraft und eine gute
Balance und vom Vorschoter gute Kondition im Durchalten und Durchsetzen. Das sind
Augenblicke, in denen Zusammenarbeit passen muss. Gerade dann, wenn vor diesen
Momenten vergessen wurde, die Schwimmwesten anzulegen.

Auf dem Olgashof muss dann erst einmal die neue Gruppe im Tagungshaus begrüßt
werden. Ein angeregtes Gespräch über Sinn und Unsinn von Kommune, Neugier, was wir
hier eigentlich auf diesem Eiland alles veranstalten. Hingewiesen, fast nebenbei, das
Mostfest am 16.-19. Oktober und auf das Holzhackfest im November.

Also, wenn jemand ein Tagungshaus für Gruppenwochenende, für Workshops oder für
Geburtstagsfeier oder Konfliktlösungen sucht: Nicht weitersuchen, sondern bei uns unter
den Buchen buchen.

In diesem Sinne

BUche!

DAS TAGUNGSHAUS

Adresse

Rabenzweig 1 OT Olgashof
23972 Dorf Mecklenburg

Kontakt

uwekurzbein@olgashof.de

03841 360881