Sand in den Augen

Im Spiegel vom Juli 2026 lese ich den Satz von Pistorius:

„Wer jedoch behauptet, ohne Aufrüstung der Bundeswehr hätten wir mehr Geld für Soziales,
streut den Menschen Sand in die Augen. Es gäbe dann ja keine Schulden für mehr
Sozialausgaben. Es wäre also nicht mehr Geld da.“

Dieser Satz hat meine Augen verbrannt. Ich wehre mich instinktiv gegen diesen Satz und
versuchte gerade den Sand aus den Augen zu schieben, den er mir hier rein gestreut hat. Mich
hat dieser Satz bewogen, nachzusehen, wo eigentlich die Mittel für die enormen
Staatsschulden fürs Militär herkommen.: „Zum 1. Januar 2026 übernimmt die Finanzagentur
alle über die Rechtsaufsicht des Bundesministeriums der Finanzen hinausgehenden
Koordinations- und Überwachungsaufgaben“, ( siehe https://www.deutsche-finanzagentur.de/ueber-uns/historie/unsere-historie ) die nichts anderes zu tun hat, als das
Geld von Banken, Fonds, Versicherungen, von privaten Anlegern gegen relativ hohe Zinsen
zu leihen. Daraus folgt, dass die Geldmenge nicht vergrößert wird, sondern dass die
Milliarden „cash“ im Lande zu finden sind.

Diese „Staatsanleihen“ sind ausgesprochen sicher, denn wenn der Staat sie nicht zurückzahlen
kann, dann wird Staatsvermögen verkauft. Als Beispiele kann ich nur den Hafen von Piräus
nennen, den Griechenland im Rahmen der Schuldenkrise an China verkauft hat. Auch bei uns
sind ja schon einige sozialen Einrichtungen privatisiert worden. Ich denke hier ganz besonders
an die Krankenhäuser. Ab und zu waren ja auch schon mal Autobahnen im Gespräch, die
Eisenbahn ist ja schon teilweise in privater Hand. Das Geld wird also durchaus auch von der
Rüstungsindustrie geliehen, damit die Panzer bezahlt werden können, die die
Rüstungsindustrie baut. Schon jetzt zahlt der Staat wegen der 2,84 Billionen Euro (Ende
2025) Schulden, die er angehäuft hat, 30- 35 Milliarden an Zinsen. Perspektivisch sollen die
Zinszahlungen bis 2030 auf etwa 80 Milliarden steigen. Diese Mittel müssen in dem Haushalt
enthalten sein. Was natürlich zur Folge hat, dass irgendwo gespart werden muss, oder es muss
mehr eingenommen werden, oder es müssen noch mehr Schulden aufgenommen werden,
damit die Zinsen bezahlt werden können. Insofern liegt es nahe, dass die verantwortlichen
Politiker viel eher auf die Idee kommen, bei den Bürger: innen zu sparen und nicht die
Großindustrie zu belasten. Ganz abgesehen davon, dass die Militärindustriefirmen fast ohne
Konkurrenz selbst den Preis für die Rüstungsgüter bestimmen. Ist das alles zu kompliziert?
Ich als Architekt habe eine Neigung, meine Details für die Baustelle so einfach wie möglich
zu machen, denn komplizierte Details sind teuer und fehleranfällig. Genauso sehe ich das
auch hier. Durch die Kompliziertheit der Ökonomie und der Schuldenverhältnisse blicke ich
als Normalbürger gar nicht mehr durch, sondern lese nur noch, dass möglicherweise die
Renten nicht sicher sind, oder die Sozialabgaben steigen, was wiederum weniger Gehalt
bedeutet. Im Angesicht dieser Zusammenhänge sagt dann der Kriegsminister, dass die hohen
Militärausgaben sich nicht auf die Sozialleistungen auswirken. Ja, wenn er so etwas sagt,
dann streut er mir Sand in die Augen, die ich aber dank der KI und meiner Recherche wieder
frei bekomme. Und es wird stets übersehen, dass wie auch immer das Ding gedreht wird, die
Bürger: innen, unsere Kinder das Geld irgendwann zurückzahlen müssen. Und das geht nur,
wenn die Produktion steigt, also alle mehr arbeiten, und der Konsum zunimmt, also alle mehr
unsinniges Zeug kaufen. Die Spirale des Kapitalismus dreht sich schon seit Jahrhunderten.

Nur bei uns ist es anders. Bei uns auf dem Olgashof in unserem Seminar- und Ferienhaus
können wir nur Geld ausgeben, wenn wir es vorher mit unseren Händen erwirtschaftet haben.
Deswegen ist es wichtig, dass unsere Buchungen stimmen. Diese Art der Ökonomie hat eine
bemerkenswerte Eigenschaft: Alles geht langsamer und ruhiger. Das empfinden auch unsere
Gäste, die hier wirklich zur Ruhe kommen und ungestört Ferien erleben oder Seminare
abhalten können.
Deswegen, wie ich immer zum Schluss meines Flyers sage: Nicht lange suchen, sondern bei
uns unter den Buchen buchen.

BUche!

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